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KTM X-BOW 2009
Der KTM X-BOW R

Der X-BOW ist ein Meilenstein in der über 50-jährigen Geschichte der Marke KTM. Und er ist zugleich eine neue Referenz im kleinen, aber elitären Segment radikaler Leichtgewicht-Sportwagen. Das ist ihm durch sein Konstruktionskonzept praktisch in die Wiege gelegt: KTM greift für sein erstes Auto auf edle Werkstoffe, Hi-Tech und spezielles Knowhow zurück. Das Ergebnis ist ein für den Straßenverkehr zugelassener Sportwagen mit reinrassiger Rennsport-Technologie. Dazu gehört ein avantgardistisches Monocoque aus Kohlefaser, wie es beispielsweise in der Formel 1 wegen des Gewichts- und Sicherheitsvorteils Standard ist.


Schon als KTM-CEO Stefan Pierer und Designer Gerald Kiska die Idee zu ihrem ersten vierrädrigen Fahrzeug hatten, war klar, dass dabei die Firmenphilosophie von KTM eine gewichtige Rolle spielen würde. Auch der X-BOW sollte ein echtes „Ready to Race“-Produkt sein, ob auf der Straße oder auf der Rennstrecke. So kam es, dass die radikalen Ideen für einen revolutionäre Supersportwagen gemeinsam mit den besten Spezialisten entwickelt und konstruiert wurde. Das Ziel war unter anderem, eine Querbeschleunigung von 1,5 g und einen Abtrieb von rund 200 Kilogramm bei 200 km/h zu erreichen – neue Rekordwerte für straßenzugelassene Serienfahrzeuge. Dank des Know-How von Dallara und KTM Technologies konnten die ehrgeizigen Vorgaben in die Realität umbesetzt werden, der X-BOW überzeugte von Anfang an sowohl auf der Rennstrecke, als auch auf der Straße.


Der KTM X-BOW richtet sich an sportliche Piloten, die ein puristisches Fahrerlebnis, fortschrittliche Technologie und außergewöhnliche Lösungen suchen. Durch den vollständigen Verzicht auf elektronische Assistenzsystem oder schwergewichtige sowie überflüssige Komfortmerkmale bietet der X-BOW ein filterloses, puristisches Fahrvergnügen. So wird das Fahren mit dem KTM X-BOW zu einem Erlebnis, das in seiner Unmittelbarkeit sonst nur auf Motorrädern oder in Formel-Rennwagen zu finden ist. Stichwort Rennwagen: Auch wenn sich der X-BOW eben nicht ausschließlich als Renngerät versteht, so ist er dank all seiner Rennsporttechnologie doch sehr auf der Rundstrecke zu Hause und erbringt dort erstaunliche Leistungen bei extrem niedrigen Betriebskosten – eine Kombination, die viele arrivierte Rundstreckenfahrzeuge mehr als alt aussehen lässt.


„Ready to Race“ gilt also nicht nur für die Motorrad-Kundschaft von KTM, sondern vor allem auch für unsere KTM X-BOW Besitzer“, erläutert Designer Gerald Kiska, der für die außergewöhnliche Optik und die Radikalität des KTM X-BOW – im wahrsten Sinne des Wortes – verantwortlich zeichnet. „Somit war für uns klar, dass wir bei der Weiterentwicklung unseres ersten Autos ganz klar in Richtung Gesamtperformance und Leistungsdaten gehen mussten. Noch extremer, noch schneller und noch beeindruckender, das Stand im Lastenheft ganz oben, das war der Wunsch der zahlreichen Kunden, die mit ihrem X-BOW Wochenende für Wochenende auf der Rennstrecke unterwegs waren bzw. sind!“


Der Wunsch der Kunden war KTM Befehl: Mit dem KTM X-BOW R wird die Produktpalette des österreichischen Supersportwagens mit Carbon-Monocoque im Jahr 2011 um das bis dato stärkste Modell erweitert. Der „R“ ist das Resultat konsequenter Weiterentwicklung des bisherigen, nicht minder spektakulären Leichtgewichtsportlers. Doch im Heck des "R" sitzt nun ein 300 PS starker 2.0 Liter TFSI Motor von Audi mit einem maximalen Drehmoment von 400 Nm und sorgt für unglaubliche Fahrerlebnisse – auf, aber auch abseits der Rennstrecke, denn auch der KTM X-BOW R ist selbstverständlich homologiert und für den Straßenverkehr zugelassen.


Beim deutschen Premiumhersteller Audi wählte KTM für das „Projekt R“ eines der leistungsfähigsten Triebwerke mit 2,0 Liter Hubraum aus: Es handelt sich dabei um jenen Motorblock, der von den Ingolstädtern lange Zeit im Modell S3 verwendet wurde und dort bis zu 265 PS produzierte, später wurde er auch noch im TT-S mit 272 PS verbaut. Als Treibsatz im KTM X-BOW R erfährt der verstärkte Block mit größerem Turbo und geänderter Einspritzanlage zusätzlich eine Überarbeitung der Motorelektronik durch die Firma Bosch Engineering Group (BEG). So steigt nicht nur die Leistung auf 300 PS an, sondern auch das Drehmoment: Exakt 400 Nm werden jetzt bei 3.300 Umdrehungen frei, eine besonders gleichmäßig verlaufende Drehmomentkurve sorgt für unnachahmlichen Druck in allen Lebens- bzw. Fahrlagen.


Damit war die Evolution des KTM X-BOW zum „R“ aber noch lange nicht abgeschlossen. Zusätzliche Motorleistung bedeutete für die Entwicklungsingenieure, die gesamte Peripherie, von der Motoraufhängung bis hin zum Fahrwerk, zu überarbeiten. Wo wurden neben dem Motor auch viele weitere Teile des Fahrzeugs verändert oder überhaupt neu konstruiert.


 


Die Anbindung der Drehmomentstütze ist komplett geändert


60 PS Mehrleistung – stolze 25 Prozent – verursachen weit extremere Kräfte, die über die Motoraufhängungspunkte auf den Aluminium-Heckrahmen treffen und dort absorbiert werden müssen. Ziel bei der Weiterentwicklung war es, nicht bloß die Mehrbelastung aufzufangen, sondern gegenüber dem 240-PS-Modell eine weitere Versteifung der Heckeinheit zu erreichen. Die Lösung lag in der Verlagerung der Drehmomentstütze. Diese war bislang am Heckrahmen angeschlossen, nun sitzt sie direkt am Carbon-Monocoque. Dadurch wurde die Verwindungssteifigkeit entscheidend erhöht und besonders beim Herausbeschleunigen aus Kurven liegt der KTM X-BOW R noch einmal ruhiger als seine „kleinen Brüder“, der X-BOW Street bzw. Clubsport, auf der Straße.


 


Die gesamte Motor-/Getriebeeinheit wurde um 19 Millimeter tiefergelegt


Durch die Verlagerung der Drehmomentstütze bzw. deren Anbindung konnte ein weiteres Vorhaben der Entwickler realisiert werden: Die gesamte Motor-/Getriebeinheit sollte zur Verlagerung des Schwerpunkts tiefergelegt werden. Dank einer geschickten Konstruktion konnte das ursprüngliche Ziel sogar noch übertroffen werden – was die Antriebseinheit nun um satte 19 Millimeter tiefer im Heckrahmen sitzen lässt. Haupteffekt: Der ohnehin schon beeindruckend niedrige Schwerpunkt verlagert sich noch weiter in Richtung Fahrbahn, der zentrale Schwerpunkt des Fahrzeugs wurde so um 15 mm nach unten versetzt. Als direkte Folge daraus sind noch einmal höhere Kurvengeschwindigkeiten bzw. noch größere Querbeschleunigungen von weit über 1,5 g möglich, auch das Handling des KTM X-BOW R ist deutlich verbessert.


 


Das Fahrwerk erfuhr eine deutliche Überarbeitung


25 Prozent Mehrleistung, höhere Kurvengeschwindigkeiten, größere G-Belastungen: All das resultiert in einer signifikanten Mehrbelastung des Fahrwerks, das im Zusammenspiel mit den Reifen als letztes Glied in einer langen Kette für den optimalen Kontakt zur Fahrbahn sorgen muss. Dem direkt aus dem Formel-Rennsport abstammenden Pushrod-Fahrwerk an der Vorderachse kommt dabei besondere Bedeutung zu, aber auch das Fahrwerk an der Hinterachse wurde überarbeitet. Als erster Schritt wurde versucht, die Reibung in den rund um den X-BOW verbauten Dreiecksquerlenkern zu vermindern. Dazu kommen spezielle Teflonscheiben zur Anwendung, die Reibung und „Spiel“ reduzieren, gleichzeitg die Präzision und das Ansprechverhalten des Fahrwerks verbessern. Darüber hinaus widmeten sich die Ingenieure auch den Feder-/Dämpfer-Einheiten: Härtere Federn an Vorder- und Hinterachse und neue Dämpferkennlinien verhelfen dem KTM X-BOW R zu einer kaum noch für möglich gehaltenen, weiteren Steigerung des extrem exakten, feinfühligen Fahrverhaltens, das ihn schon bisher ausgezeichnet hatte.