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KTM X-BOW 2009
Wegweisende Innovationen im KTM X-BOW

Der X-BOW setzt als erstes Serienfahrzeug auf ein vollständig aus dem Verbundwerkstoff Kohlefaser hergestelltes Monocoque – eine bahnbrechende und wegweisende Technologie, die bislang ausschließlich Rennfahrzeugen oder in homöopathischen Stückzahlen hergestellten Supersportwagen vorbehalten war. Doch die hochfeste Sicherheitszelle ist nicht die einzige Innovation, die im ersten vierrädrigen Fahrzeug von KTM steckt!


 


Die Sicherheitszelle: Hochfestes Carbon-Monocoque


Vier Lagen Carbonfaser, Epoxidharz, aufwändige Handarbeit, Autoklav-Technologie – heraus kommt am Ende das doppelwandige, zweiteilige, nur 80 Kilogramm leichte Kohlefaser-Monocoque des X-BOW. So setzt KTM nicht nur neue Maßstäbe in der Automobil-Serienfertigung, sondern auch in Sachen Sicherheit.


Nicht umsonst bilden Kohlefaser-Monocoques seit Jahrzehnten das Sicherheitsnetz des Formel-Rennsports, speziell der Formel 1. Gemeinsam mit Dallara, dem Rennsport-Spezialisten aus Italien, haben sich die Experten der KTM Technologies an die Serienentwicklung gemacht. Für dieProduktion wurde auf das Know-How der Wethje-Gruppe in Süddeutschland zurückgegriffen wird. Wethje gilt als einer der erfahrensten Spezialisten für Carbon-Bauteile und beliefert sowohl renommierte Automobilhersteller als auch Formel-1- und Tourenwagen-Rennställe.


Das für den X-BOW entwickelte, zweisitzige Carbon-Composite-Monocoque ist eine solide, tragende Struktur, deren Aufbau hohe Sicherheit verkörpert – und dabei nur rund 80 Kilogramm wiegt. Die Kohlefaser-Konstruktion ermöglicht die Kombination von extrem geringen Gewicht mit unglaublich hoher Steifigkeit: Der X-BOW bringt es auf 35.000 Nm/o Torsionssteifigkeit – der doppelte Wert, der normal bei offenen Fahrzeugen wie Cabrios Standard ist. Ergänzt wird das Monocoque von einer Carbon-Sandwich-Crashbox an der Front des Autos, welche die strengen FIA-Sicherheitsvorschriften der FIA-GT und Formel 3 erfüllt, wie die auf Initiative von KTM freiwillig durchgeführten Crashtests ergeben haben. Dabei prallt die Crashbox-/Monocoque-Kombination mit 60 km/h gegen eine undeformierbare Betonwand. Nach dem Aufprall muss das Monocoque selbst völlig unbeschädigt sein, der Dummy darf die Grenzwerte für Kopf- und Nackenbelastung nicht überschreiten. Im Falle eines Überschlags gewährleisten die in das Monocoque integrierten Aluminium- oder Stahl-Überrollbügel optimalen Schutz, sie widerstehen Belastungen bis zum 2,5 bzw. 7fachen des Fahrzeuggewichtes.


Fahrer und Beifahrer werden außerdem von einem im Rennsport verwendeten Vierpunkt-Sicherheitsgurt geschützt, eine Erweiterung auf Fünf- bzw. Sechspunkt-Gurte ist jederzeit möglich. Becken- sowie Schultergurte sind individuell verstellbar und inkludieren ein Anti-Submarining-System der Firma Schroth. Für den Fahrer besonders wichtig: Sowohl im Lenkrad als auch in der Lenksäule sind deformierbare Elemente eingearbeitet.


 


 


KTM Technologies


Die Entwicklung des KTM X-BOW Chassis in revolutionärer Carbon-Composite Technologie ist ein Meilenstein der Firma KTM Technologies GmbH in Anif bei Salzburg. Das Portfolio des zur KTM Power Sports AG gehörenden Dienstleistungsunternehmens ist Engineering auf höchstem Niveau. Die Stärke der rund 20 Mitarbeiter unter der Leitung von Dipl.-Ing.(FH) Peter Martin ist umfangreiches Knowhow in den Bereichen Fahrzeugentwicklung, Leichtbau und Faserverbund-Werkstoffe, speziell der hochleistungsfähigen Carbon Composites. Die Ingenieure der KTM Technologies kennen die Möglichkeiten und verstehen die Zusammenhänge der zukunftsträchtigen, jedoch auch komplexen Faserverbund Technologie. Sie haben viel Praxiserfahrung, streben nach technisch ausgereiften und wirtschaftlichen Lösungen und sind daher stets auf dem neuesten Stand der Technik.


Das Leistungsspektrum erstreckt sich über den gesamten Entwicklungsprozess, mit Schwerpunkt auf Konzept- und Prozessentwicklung, Simulation und fertigungsgerechter Serienüberleitung. Auf Grund der Erfahrungen in den Bereichen Fertigungsverfahren, Prototypenbau und Serienbetreuung besteht ein sehr hoher Bezug zur Praxis. Namhafte Unternehmen wie beispielsweise Volkswagen und Adidas zählen zu den Kunden. Referenzprojekte sind, wie bereits erwähnt, der KTM X-BOW, aber auch das ultraleichte Elektro Konzeptfahrzeug „2-3-4“, welche gemeinsam mit den verbundenen Unternehmen KTM Sportmotorcycle AG und Kiska GmbH realisiert wurden.


Die Vision der KTM Technologies ist, eine führende Stellung als Ingenieursdienstleister für Carbon Composites in Europa einzunehmen. Und die Chancen dafür stehen sehr gut: Leichtbau ist aktuell der größte Trend in der Automobilindustrie, da weniger Fahrzeugmasse einen niedrigeren Verbrauch, sowie mehr Performance bzw. Reichweite bedeutet – was nicht zuletzt der KTM X-BOW eindrucksvoll unter Beweis stellt. Die Gründe für diesen Trend sind einerseits die gesetzlichen Anforderungen nach Senkung der CO2 Emissionen, sowie insbesondere auch der Trend zu elektrischen Antriebssystemen.


Es zeichnet sich klar ab, dass zukünftig neben Stahl und Aluminium vermehrt faserverstärkte Kunststoffe (GFK, CFK) zum Einsatz kommen. Schließlich lässt sich mit Composite Werkstoffen im Vergleich zu Aluminium circa 30%, im Vergleich zu Stahl circa 50% Gewicht einsparen. Einige Fahrzeughersteller entwickeln derzeit neue Fahrzeuggenerationen welche grundlegend auf diese Werkstoffe setzen, wie beispielsweise Volkswagen mit dem Niedrigenergiefahrzeug „XL1“ oder BMW mit dem sogenannten Megacity Vehile. In Premium- und Sportfahrzeugen ist CFK bereits seit einigen Jahren fest etabliert. Der KTM X-BOW war dabei weltweit das erste Fahrzeug mit Carbon Chassis und Monocoque das auf Basis der europäischen Kleinserien Homologation homologiert und in Serie hergestellt wurde.